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Es geht wieder los – „Stadtteilplanung Schönningstedt“ oder Gewerbegebietserweiterung die dritte?

Erinnert ihr euch noch an die groß angekündigte und aufgezogene Stadtteilplanung für Schönningstedt, den sogenannten „Stadtcheck“ 2017? Ja, das ist schon wieder 4 Jahre her. Und viel hat man danach nicht gehört. (Die Zusammenfassung der Bürgermeinungen findet ihr hier.) Damals war der am häufigsten geäußerte Wunsch, die Grün- und Freiflächen zu erhalten!

Jetzt scheint es wieder los zu gehen. Die Bundestagswahl ist ja vorbei – in der Wahlfreien Zeit kommen solche Themen dann plötzlich hoch. Als wäre nicht genug Zeit gewesen, wird jetzt wieder mal kurzfristig zu einer sogenannten „Stadtteilplanung Schönningstedt“ eingeladen. Und ratet mal wann…. in den Herbstferien (ein Schelm wer Böses dabei denkt) – in einer Woche, am

Dienstag, den 19.10.2021, 19 Uhr  im Sitzungssaal des Rathauses Reinbek
oder auch Online über folgenden LINK:
https://itvstormarn.webex.com/webappng/sites/itvstormarn/meeting/info/70c1d4d936ff468f8fc259c2bd73a065?siteurl=itvstormarn&MTID=me484583bb4433cb2b001bec860d628b4

Was ist zum Inhalt bekannt? Nichts …
Was ist zum Vorgehen bekannt? Nichts …
Was ist zum Zeitrahmen bekannt? Nichts …

Aber Moment mal, warum geht es jetzt nur noch um Schönningstedt und nicht mehr um ganz Reinbek? Ach ja, die Sperrfrist des Bürgerbegehrens ist um und im Zuge der AWSH-Diskussion versucht man jetzt sicher Nägel mit Köpfen zu machen …

Denn was wir wissen ist, dass die altbekannten Player in Verwaltung und Politik mehr als nur die Verlagerung der AWSH wollen, sondern natürlich wieder die Überplanung des Haidlands (Fläche zwischen Gewerbegebiet Senefelder Ring und Schönningstedt) anstreben die

  • bestimmt eine Gewerbegebietserweiterung beinhaltet,
  • bestimmt wird auch wieder der alte Plan rausgeholt, der eine weitere Wohnbebauung ans Gewerbegebiet beinhaltet und
  • bestimmt kommt dann wieder die Idee einer Umgehungs-Straße“ über den Bummereiweg und damit Wegfall des autofreien Weges von und nach Glinde und noch mehr LKW-Verkehr über den Weg (und auch durch Neuschönningstedt).

Was bestimmt NICHT enthalten sein wird sind Themen wie eine bessere Radwegeverbindung Richtung Hamburg, Ideen wie Schönningstedt/Reinbek CO2-neutral werden könnte, eine bessere Busverbindung an die S-Bahn usw.

Lassen wir die Politik und Verwaltung nicht alleine mit ihren internen und mit Stillscheigen vereinbarten Zielen – geht zu der Veranstaltung und bringt eure Meinungen ein! Auch wenn ich Hybride/Online-Veranstaltungen generell begrüße, ist hier ein persönliches Erscheinen vermutlich sinnvoll, damit man die Stimmung richtig wahrnehmen kann. Auch wenn es wieder kurzfristig und in den Ferien ist: umso wichtiger ist, dass trotzdem jeder kommt, der nicht gerade verreist ist!

 


Die Ergebnisse des „Stadtchecks“ Schönningstedt

November – Dezember 2017: Durchführung des Stadtchecks in einer Veranstaltung im Rathaus und an drei weiteren Punkten mit interessierten Bürgern.

März 2018: Vorstellung der Ergebnisse. Hier findet ihr die vollständige Präsentation.

Kurz zusammengefasst:

  • ca. 1000 Beiträge wurden zusammengefasst
  • Zum Wohnumfeld ist den Reinbekern besonders wichtig: Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, Einkaufsmöglichkeiten, Freizeitangebote, Grün- und Freiflächen sowie Bildungseinrichtungen
  • 82% können sich grundsätzlich neuen Wohnraum vorstellen: davon stellen sich 52% die Schaffung in bestehenden Siedlungsgebieten vor, 48% können sich auch neue Siedlungsgebiete vorstellen
  • Die Potenzial- und Schutzflächen wurden auch erfragt: Interessant ist was passiert, wenn man die Schutzflächen über die Potenzialflächen legt. Dann erkennt man ganz schnell die eigentlichen Konflikte. Konfliktfrei wären also nur die in der folgenden Grafik lila gestrichelt umrandeten Flächen ohne Straffur:
  • auch ein Blick auf die Themen in denen Reinbek sich verändern sollte und wo es so bleiben sollte, wie es ist, ist interessant. Dabei entdeckt man, dass der Erhalt der Grünflächen für die Reinbeker das wichtigste Thema ist. Auch die Identität der Ortsteile zu erhalten ist den Reinbekern wichtig.
  • Ausbaunotwendigkeiten werden im Bereich der Fuß- und Radwege, dem Straßenverkehr (und Zustand des Straßennetzes) und im Städteraum gesehen.
  • Folgende Zusammenfassung aus der Studie möchte ich hier gerne zitieren:

    „Bei der Auswertung wurde ersichtlich, dass den Bewohnerinnen und Bewohnern vor allem eine qualitätsvolle und behutsame Weiterentwicklung ihrer Stadt am Herzen liegt und dass dabei auch der Charakter Reinbeks bewahrt wird. Weiterhin ist festgestellt worden, dass für die Reinbekerinnen und Reinbeker die Betrachtung folgender Themen unerlässlich sind: Grünräume und Natur, Mobilität, ein lebendiges Zentrum sowie Reinbek als attraktive Wohnstadt. Zu diesen Themen sind auf den Seiten 12 bis 15 Aufgaben und Fragen formuliert worden, die für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt unerlässlich sind. Die Ergebnisse dieser Bürgerstudie sind eine wichtige Grundlage für weitere Planungen der Stadt. Bei weiteren Planungen und Überlegungen zur Stadtentwicklung sollen die Bürgermeinungen unbedingt berücksichtigt werden. Die hier präsentierten Zukunftsthemen und Aufgaben ersetzen selbstverständlich auch zukünftig nicht die Beteiligung vor Ort. Beteiligung und gute Kommunikation ist den Bürgerinnen und Bürgern ein wichtiges Anliegen. Sie äußerten vermehrt den Wunsch nach der Weiterführung des Formates „Reinbek im Dialog“ und forderten mehr Beteiligung und transparente Informationsvermittlung für künftige Projekte. “
    Quelle: Seite 17 „Ausblick“ der Zusammenfassung hier.


Auftaktveranstaltung „Stadtcheck“ – Bürgerbeteiligung Bebauung Reinbek – 1.November2017 – Rathaus Reinbek – 17 bis 21 Uhr

1. November, 17:0021:00

Können sich die Bürger ein großes Wohnungsbauprojekt wie aktuell in Neuschönningstedt auch an anderer Stelle vorstellen? Und wenn ja, wo? Oder sollen zukünftig nur kleinere Projekte umgesetzt werden? Das und noch vieles mehr möchte Reinbek von seinen Einwohnern beim sogenannten Stadtcheck wissen, das am 1. November startet und der Politik „Orientierung“ geben soll für zukünftige Beschlüsse.

Ganz direkt ist auch mal wieder die Bebauung des Holzvogtlandes (zwischen Reinbek und Schönningstedt, zwischen Budnikowski und der Schönningstedter Straße) mit solch einer umfangreichen Wohnbebauung als Beispiel benannt. Genau jenes Holzvogtland, das auch schon mal durch einen Bürgerentscheid den Planungen der Politik für eine Bebauung entzogen wurde.

Wenn man ganz weit in die Geschichte Schönningstedts zurück geht, wurde übrigens mal bei der Eingemeindung von Schönningstedt zu Reinbek vereinbart, dass diese Flächen frei bleiben, damit der eigenständige Charakter des Dorfes Schönningstedt erhalten bleibt. Die Tage scheinen angezählt….

Na dann,…. sollten möglichst viele Bürger den Veranstaltern und Politikern deutlich machen, welche Stadtentwicklung sie für sinnvoll halten. Schaun‘ wir mal, wie sehr sich die Politik dann an den Bürgermeinungen orientiert.

An weiteren drei Terminen sind die Verwaltung und deren Berater mit einem Stand im Stadtgebiet vor Ort:

  • am 25 November auf dem Täbyplatz beim Wochenmarkt
  • am 1. Dezember in der City und am Bahnhof zum Lichterfest
  • sowie am 3. Dezember beim Adventsmarkt in Neuschönningstedt

Die finale Veranstaltung des Stadtcheck mit einer Expertenrunde ist für den 31. Januar geplant.

Der Abschlussbericht, eine sogenannte Bürgerstudie, soll im März fertiggestellt sein.

Zitat Herr Warmer: „Wir müssen vor allem an bezahlbaren Wohnraum denken für Auszubildende, Alleinerziehende und Senioren mit geringer Rente“, sagt Reinbeks Bürgermeister Warmer mit Blick auf künftige Bauvorhaben zum Abendblatt. „Platz bietet das Holzvogtland, eine landwirtschaftlich genutzte und acht Hektar große Fläche im Stadtteil Schönningstedt.“

Na dann…

 

Details

Datum:
1. November
Zeit:
17:00 – 21:00
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:

Veranstalter

Stadt Reinbek
Telefon:
040 / 727 50 0
Webseite:
www.reinbek.de

Veranstaltungsort

Rathaus Reinbek
Hamburger Straße 5 – 7
Reinbek, Schleswig-Holstein 21465 Deutschland
+ Google Karte
Telefon:
040 / 727 50 0
Webseite:
www.reinbek.de

Politik will Bürgerbegehren unterlaufen

In Reinbek ist es leider schon traurige „Tradition“, dass die Politik und Verwaltung gezielt drohend zulässige Bürgerbegehren unterläuft. 2011 wurde das durch einen plötzlichen, „dringlichen“ Aufstellungsbeschluss erreicht. Seit 2013 ist durch Gesetzesänderung in Schleswig-Holstein auch ein Aufstellungsbeschluss einem Bürgerbegehren zugänglich. Und was planen die von uns gewählten Politiker in Reinbek jetzt, 4 Jahre später? Sie wollen das neue Bürgerbegehren unterlaufen und planen, dann vom Bürger ungestört, ihre Bebauung einfach weiter.

Sie wollen den Aufstellungsbeschluss, der Basis unseres Bürgerbegehrens ist, wieder zurückziehen, um uns die Grundlage zu nehmen. Daher müssen wir das Bürgerbegehren schnell einreichen. Denn natürlich fordern wir darin die Rücknahme des Aufstellungsbeschlusses und hoffen auf die vom Gesetz vorgesehene 2-jährigen Bindung! Es wird sich zeigen, ob der Plan der Politik aufgeht, oder ob diese offensichtliche Taktik diesmal nicht ein Eigentor wird.


Was ist ein Strukturplan?

In einigen Zeitungsberichten sind Bilder eines „Strukturplans“ zur geplanten Gewerbegebietserweiterung aufgetaucht. Da fragt man sich unweigerlich: Was ist ein Strukturplan?
Nun, in diesem Fall wurde diese Planung lt. FDP vom „Investor“ (Michaelis oder WAS?) vorgenommen. Eine Strukturplanung ist keine rechtlich verbindliche Planung, sondern einfach eine informelle Planungsskizze. Darin enthaltene Größen (Höhen, Ausmaße, Gebäudeformen) sind genauso ohne jede Rechtsverbindlichkeit, wie auch Zeichnungen von Bäumen, Straßen oder Abständen.
Für den „Michaelis“-Bereich sind dort Gebäudehöhen von 16m, 14m, 18m, 14m, 25m, 14m gestaffelt gezeichnet. Im nördlichen Teil sind entgegen der Planung im Aufstellungsbeschluss nur noch zwei, dafür aber große Gebäude von 18m bzw. 14m Höhe eingetragen. Die Erschließungsstraße ist jetzt auf der der Wohnbebauung zugewandten Seite!
Die LKW-Laderampen sind im südlichen Bereich ebenfalls dort!
Bekanntlich ist Schönningstedt auf einem „Hügel“. D.h. die 25m entsprechen 27m von der Straße.

Nur zur Erinnerung: Solche Zeichnungen sind jederzeit zu ändern und können auch im Bebauungsplan nicht vorgeschieben werden. Da steht dann sowas wie das Baufenster, die max. Höhe, eine Geschossflächenzahl etc.
Und: Selbst bei Abweichungen vom Bebauungsplan wird die Bauaufsicht nach eigenem Ermessen prüfen und vermutlich eine Konventionalstrafe verhängen. Rückbauten sind doch eher selten.

Wir wollen solche Bebauungen nicht! Auch das Argument, dass gute Gewerbesteuerzahler ansonsten Reinbek verlassen, ist auf Dauer wenig überzeugend. Was machen wir, wenn auch diese Felder bebaut sind? Wird dann das Holzvoigtland bebaut, oder die Felder zwischen Neuschönningstedt und Schönningstedt?